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Kaninchen und Hasen
Um sich dem Thema zu nähern, ist es zunächst wichtig, sich die Unterschiede zwischen beiden Tieren zu vergegenwärtigen. Kaninchen und Hasen sind nämlich nicht näher verwandt als Esel und Pferd, obwohl beide zur Familie der Hasentiere gehören. Schon die zoologischen Namen der beiden Gattungen lassen große Unterschiede ahnen: Hase=Lepus, Kanichen=Oryctolagus.
Hasen (Feldhasen) sind darüber hinaus Wildtiere, die nicht eingefangen und in Gefangenschaft gehalten werden dürfen. Auch ihre Jagd ist streng geregelt, da Hasen unter Naturschutz stehen.
Daher ist jedes Langohr, das in Wohnstuben im "Hasenkäfig" oder draußen im Garten im "Hasenstall" bzw. Freilaufgehege sein Heu mümmelt, ein Kaninchen. Kaninchen werden in vielen Varianten extra als Haustiere gezüchtet. Es gibt sie in vielen Farben, Körperformen, Größen und Fellqualitäten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch Wildkaninchen gibt. Diese stehen nicht unter Artenschutz und dürfen daher gefangen und getötet werden.
Kaninchen und Hasen unterscheiden sich im Körperbau. Kaninchen sind gedrungen und zierlich, während der Hase einen länglichen Körperbau aufweist. Auch hat der Hase auffallend längere und breitere Ohren als ein Kaninchen und kräftige, lang gestreckte Hinterläufe. Im Schnitt wiegen Hasen doppelt so viel wie Kaninchen.
Am besten lassen sich die beiden in aufgerichteter Haltung unterscheiden. Dabei wird deutlich, wie groß und athletisch Hasen im Gegensatz zu Kaninchen sind. Letztere haben eine Fellfarbe zwischen braun und grau, Erstere sind rötlich-braun.
Auch beim Lebensraum bevorzugen Lepus und Oryctolagus unterschiedliche Regionen. Kaninchen graben Bauten und verbringen einen wesentlichen Teil ihres Daseins unterirdisch. Im Bau ist der Nachwuchs sicher, denn Kaninchenjunge sind hilflose Nesthocker. Hasen sind Steppentiere, ihr Heim ist die Sasse, eine Mulde. Dort werden die Jungen zur Welt gebracht, die nach der Geburt rasch ihr endgültiges Sehvermögen erlangen und für schnelle Fortbewegung bereits vollkommen ausgestattet sind, also in die Kategorie der Nestflüchter gehören. Als Bewohner von Ebenen sind sie schnelle und ausdauernde Läufer, während ihre unterirdischen Nachbarn Sprinter sind und längere Verfolgungsjagden nicht durchhalten.
Einer der eklatantesten Unterschiede manifestiert sich im Sozialverhalten. Kaninchen sind Rudeltiere, die in großen Gruppen zusammen leben. Entsprechend verträglich sind sie mit Artgenossen. Hasen sind Einzelgänger, die nur in der Paarungszeit zusammenfinden.